Chronik der Ortsgruppe Rosenheim

25 Jahre bei Verein für Krippen und religiöse Volkskunst Inn-Salzach.

Bei der Landestagung der bayerischen Krippenfreunde am 18.November in Cham wurde Herr Josef Baumer in Abwesenheit für 25 Jahre Mitgliedschaft im Verein Bayerische Krippenfreunde geehrt.
Der 2.Vorsitzende Dr.Josef Abtmeier und Elfriede Göppelhuber überbrachten die Urkunde und die silberne Anstecknadel. Beide sind in der Vorstandschaft des Vereins für Krippen und religiöse Volkskunst Inn-Salzach und vertreten in diesem Gremium die Rosenheimer Krippenfreunde, die seit 3 Jahren in diesem Verein integriert sind.

Das Bild zeigt von links Herr Dr.Josef Abtmeier beim Anstecken der Silbernen Nadel vom Landesverband der Bayerischen Krippenfreunde und Elfriede Göppelhuber beim Überreichen der Urkunde.

17.12.2006 Heinz Göppelhuber

Siebzig Jahre Ortsverein Rosenheim

"Unsere Zeit braucht die Frohbotschaft, und wie könnte diese besser als mit der Krippe in die Familien hineingetragen werden!" Unter diesem Leitgedanken wurde 1921, mitten in der Not der Nachkriegsjahre, der "Verein der Krippenfreunde Rosenheim" gegründet.
In den seither vergangenen sieben Jahrzehnten haben sich die Rosenheimer Krippenfreunde bemüht, das Krippenbauen nicht zum Hobby im üblichen Sinn werden zu lassen und auch ein Abgleiten ins Kitschig-Naive zu vermeiden. Sie wollten die Krippe nicht als eine Verstandessache sehen, sondern als eine Aufgabe, die mit dem Gemüt und dem Herzen erlebt wird. Großer Beliebtheit erfreuten sich die besinnlichen Veranstaltungen, etwa der "Adventhoagascht" und die zahlreichen Krippenfahrten. Nach außen hin zeigte der Verein durch viele Ausstellungen Einblicke in sein Schaffen.
Als glückliche Fügung empfanden die Rosenheimer Krippenfreunde die enge Verbindung mit dem in der Nähe Rosenheims wohnenden Dr. Wilhelm Döderlein, dem langjährigen Zweiten Verbandsvorsitzenden der Bayerischen Krippenfreunde. Er baute nach dem Zweiten Weltkrieg die durch den Bombenkrieg auseinandergerissene Schmederer-Krippensammlung im Bayerischen Nationalmuseum wieder auf, und er galt bei den Krippenbauern in ganz Europa als eine wichtige „Instanz“.
Es liegt in der Natur der Krippenpflege, dem stillen und beschaulichen Wirken den Vorzug gegenüber lauter Publizität zu geben. Trotzdem sollte das siebzigjährige Vereinsjubiläum nicht ganz ohne Einbeziehung der Öffentlichkeit begangen werden. Eine Krippenausstellung im Heimatmuseum am Mittertor stellte von Dezember 1991 bis Januar 1992 den Besuchern Krippendarstellungen als echtes „Theatrum sacrum“ vor, als ein unverfälschtes, außerliturgisches Brauchtum. Am 17. November 1991 wurde das Jubiläum mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Nikolaus gefeiert, zelebriert vom Ersten Landesvorsitzenden, Msgt Erich Lidel, und einem bayerischen „Hoagascht“ am Nachmittag in der Stadthalle.

Josef Baumer

Gustl Feichtinger 25 Jahre Vorsitzender

In einer Familie mit zwölf Kindern gab die Haushaltskasse nicht viel ab für teures Spielzeug. Die Buben und Mädchen waren auf eigene Fantasie und auf Einfallsreichtum angewiesen. Und bei einem von ihnen ging es dabei, schon vor über sechs Jahrzehnten, um mehr als ein Hobby: um die Krippe.
Gustl Feichtinger sammelte wie auch jeder ander Krippler Wurzeln und Zweigen, baut neue Ställe und Häuser und richtet neue und alte Figuren her, um seinen zahlreichen Krippen immer wieder neue hinzuzufügen. Dabei ging es ihm nicht nur um eine Tradition, sondern um seine religiöse Einstellung. Krippenbau war für ihn ein Ausdruck, das Wort Gottes zu verkünden. Er wollte, daß seine Krippen Herz und Gemüt bewegen.
So war es folgerichtig, daß Gustl Feichtinger vor 25 Jahren auf Vorschlag des „Krippenprofessors“ Leonhard Baumgartner den Rosenheimer Ortsverein als Vorsitzender übernahm. Mit großer Sachkenntnis und viel Geschick leitete er den Verein, der im Jahr 1991 sein siebzigjähriges Bestehen feiern konnte. Die Rosenheimer Krippenfreunde haben seinen Wunsch respektierend von einer Feier seines „Silbernen Jubiläums“ abgesehen, wollten es sich aber nicht nehmen lassen, zusammen mit dem Vereinsjubiläum im November gleichzeitig auch die großen Verdienste ihres „Gustl“ gebührend hervorzuheben.
Gustl Feichtinger bliebt nicht nur in den eigenen vier Wänden. Über zwei Jahrzehnte beteiligte er sich am Aufbau der großen Kirchenkrippe in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus, wo er vor allem für passende Bauten sorgte. Zwanzig Jahre stellte er die Krippe in der Pfarrkirche Christkönig auf, die er im Wechsel bayerisch oder orientalisch darstellte. Auch viele Krippenausstellungen in Pfarrheimen, Museen und Banken sowie Weihnachtskrippen auf öffentlichen Plätzen und im Bahnhof hat Gustl Feichtinger als Krippenvereins-Vorsitzender organisiert.
Die Vielseitigkeit seiner Persönlichkeit zeigte sich auch noch auf anderen Gebieten: als Verfasser von Gedichten und Erzählungen in unverfälschter Mundart und als Interpret echter Volksmusik. Trotz dieser vielen Interessen und Fähigkeiten gehörte sein Herz der Krippe. Er war einer der „Stillen“ im Lande und mochte keine laute Publizität.

Josef Baumer

Die Vorsitzenden des Vereins der Krippenfreunde Rosenheim

1921 Bahnoberverwalter Max Ritzinger (Gründungsvorsitzender)
1921 - 1923 Stadtpfarrprediger Josef Bernrieder
1923 - 1950 Schlachthofdirektor Dr. Franz Fickler (er war ein begnadeter Krippenschnitzer)

1950 - 1958 Stadtpfarrer Johann Maier


1958 - 1965 Studienprofessor Leonhard Baumgartner

1965 - 1996 Techniker Gustl Feichtinger